Weniger Salz, mehr Gesundheit
Shownotes
Sofia kämpft mit Übergewicht, Bluthochdruck und einer Schilddrüse, die nicht richtig mitspielt. Gemeinsam finden die beiden heraus: Das meiste Salz kommt gar nicht aus dem Salzstreuer, sondern versteckt sich in Fertigpizza, Brot, Wurst und Chips. Barbara erklärt anschaulich, warum zu viel Salz dem Herzen und den Blutgefäßen schadet – und warum es trotzdem nicht um kompletten Verzicht geht.
Ein wichtiges Thema ist auch Jod: Warum jodiertes Speisesalz für unsere Schilddrüse so wichtig ist und welche Lebensmittel zusätzlich Jod liefern. Statt auf Salz zu setzen, entdeckt Sofia die Welt der Kräuter und Gewürze neu – und ihr Salzstreuer zieht kurzerhand in den Küchenschrank um.
Vier Wochen später kommt Sofia strahlend zurück: bessere Blutdruckwerte, vier Kilo weniger – ganz ohne Hungern. Eine warmherzige, alltagsnahe Folge mit vielen praktischen Tipps für alle, die bewusster würzen und essen möchten.
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Barbara Müller: Nicht der Salzstreuer entscheidet über unsere Gesundheit. Es sind die kleinen Entscheidungen, die wir jeden Tag treffen. Hallo, ihr Lieben, hier ist wieder eure Barbara Müller, Diabetesberaterin DDG. Schön, dass ihr wieder da seid und mir zuhört. Heute nehme ich euch mit in meine Ernährungsberatung. Nicht im Zug, nicht im Bus, sondern in Sofias Straßenbahn.
Barbara Müller Sofia ist 44 Jahre alt und Straßenbahnfahrerin in Frankfurt. Sie kennt jede Haltestelle, jede Baustelle und wahrscheinlich auch jeden Fahrgast, der in letzter Sekunde noch in die Bahn springt. Aber ihren eigenen Körper versteht sie manchmal nicht mehr Als sie in meine: Praxis kommt, schaut sie mich an und sagt: „Barbara, ich komme direkt aus Frankfurt." Barbara Müller: Ich lächle und frage: „Ist die Straßenbahn kaputt?" Sophia lacht. „Nein, nur meine Gesundheit." Jetzt müssen wir beide lachen. Und genau so beginnt manchmal eine Beratung mit Humor, auch wenn dahinter ein ernstes Thema steht. Sophia erzählt mir von ihrem Alltag. Frühschichten, Spätschichten, Stress, ganz kurze Pausen, schnelles Essen zwischendurch.
Barbara Müller Sie erzählt mir „Barbara, mein Blutdruck ist zu hoch. Ich habe auch so zugenommen und meine Schilddrüse arbeitet auch nicht richtig. Die ist auch nicht in Ordnung." Ich schaue in die Unterlagen. Adipositas, Bluthochdruck, eine Schilddrüsenfunktionsstörung. Ich frage sie „Sophia, was glaubst du, woran es liegen: könnte?" Barbara Müller: „Ja, hm." Sie überlegt. „Barbara, vielleicht esse ich zu salzig. Das hat meine Hausärztin gemeint." Ich schnicke. „Dann schauen wir uns das einmal an. Wie oft benutzt du denn Salz?" Sophia sagt sofort: „Eigentlich gar nicht so viel." Bei diesem Satz werde ich immer hellhörig. Was heißt denn eigentlich? „Morgens auf dem Ei, mittags beim Essen, abends manchmal auch und natürlich beim Abstellen."
Barbara Müller Ich muss lachen. „Sophia, dein Salzstreuer arbeitet ja in Vollzeit." Sie grinst. „Barbara, ich glaube, der macht bei mir sogar Überstunden." Ich nehme einen kleinen Teelöffeln und lege ihn auf den Tisch. „Weißt du, wie viel Salz wir am Tag höchstens essen sollen?" Sophia schüttelt den Kopf. Die: Weltgesundheitsorganisation empfiehlt maximal fünf Gramm. Barbara Müller: Das ist ungefähr ein gestrichener Teelöffel voll. Ich zeige es ihr. Sophia schaut auf den Löffel. „Das ist ja fast nichts." „Ja", sage ich. „Und jetzt kommt die große Überraschung. Viele Menschen in Deutschland essen ungefähr neun bis zehn Gramm, also fast das Doppelte. Und manche noch viel mehr." Jetzt schaut Sophia mich ganz erschrocken an. Barbara Müller: „Aber ich salze doch gar nicht so viel." Das denken viele. Denn das meiste Salz kommt gar nicht aus dem Salzstreuer. Jetzt schaut sie mich fragend an. Ich zähl auf: Pizza, Fertiggerichte, Tütensuppe, Käse, Wurst, Brot, Prezelchen, Pommes, Chips. "Was, Barbara? Brot auch?" "Ja", sage ich. "Gerade Brot wird oft unterschätzt.
Barbara Müller Es: schmeckt nicht extrem salzig, enthält aber trotzdem viel Salz." Barbara Müller: Dann frage ich: "Was isst du nach deiner Spätschicht denn besonders gern?" Sie antwortet ohne Zögern: "Barbara, Tiefkühlpizza. Am liebsten mit Salami. Das geht schnell und ich komme ja auch so spät nach Hause." "Mhm." Ich nicke. "Da haben wir schon einen kleinen Salzchampion." Jetzt fängt Sofia an zu lachen. "Barbara, so schlimm?"
Barbara Müller "Eine einzige Tiefkühlsalami-Pizza kann schon fünf, sechs, manchmal noch mehr Salz enthalten. Damit hast du dein Tagesziel mit einer Pizza schon erreicht." Sie schaut mich an. "Mit einer Pizza?" "Ja, und wenn du danach noch Brot und Käse und Wurst und Chips isst, bist du ganz schnell bei zwölf, fünfzehn, bei zwanzig Gramm Salz: am Tag." Barbara Müller: Sophia lehnt sich zurück. "Barbara, das Salz fährt ja überall mit." Ja, ich lache. "Genau, wie so ein Schwarzfahrer." Dann wird Sophia ernst. "Und was macht das Salz mit meinem Blutdruck?" Ich erkläre es ihr und auch euch. Unser Körper braucht Salz. Ohne Salz können die Nerven und die Muskeln nicht richtig arbeiten.
Barbara Müller Aber wenn wir dauerhaft zu viel Salz essen, bindet der Körper mehr Wasser. Dadurch steigt das Blutvolumen. Und wenn mehr Flüssigkeit durch die Gefäße muss, steigt der Blutdruck. Sophia nickt langsam. "Also fährt mein Herz jeden Tag Sonderschicht." Genau. Und Blutdruck tut meistens nicht weh, aber er belastet das Herz, die Blutgefäße, die Nieren, die: Augen und das Gehirn. Barbara Müller: Und auf Dauer steigt das Risiko für einen Herzinfarkt, für einen Schlaganfall und für Nierenschäden. Und was ganz wichtig ist: Die ganzen Blutgefäße im Körper leiden darunter. Es wird ganz still. Dann sagt Sophia: "Dann sollte mein Herz wirklich mal Feierabend bekommen." Ich lächle. "Genau, darum geht es." Nach einer Weile fragt sie: "Barbara, muss ich jetzt komplett auf Salz verzichten?"
Barbara Müller "Nein", sage ich sofort. "Es geht nicht um ein Salzverbot. Es geht darum, bewusster zu essen, mehr frisch zu kochen, weniger Fertigprodukte. Und wenn du Salz verwendest, dann am besten jodiertes Speisesalz." Sophia schaut mich an „Jod? Meinst du wegen der Schilddrüse?" „Genau. Ich nehme ein kleines Modell: einer Schilddrüse aus meiner Schatzkiste. Barbara Müller: Die habe ich selber hergestellt aus Fimo. Das ist Medizin zum Anfassen. Die Schilddrüse sieht aus wie ein Schmetterling. Sie steuert den Stoffwechsel, die Körpertemperatur, den Energieverbrauch und vieles mehr im Körper. Damit sie ihre Hormone bilden kann, braucht sie Jod." Sophia sagt leise: „Und wenn Jod fehlt?" Barbara Müller: „Ja, Sophia, dann kann die Schilddrüse nicht optimal arbeiten. Viele Menschen fühlen sich müde, sie frieren schneller oder sie nehmen leichter zu." Sophia nickt. „Das bin ja ich." Ich erkläre weiter: „Deutschland gehört zu den Regionen, deren Böden wenig Jod enthalten. Deshalb steckt auch in vielen heimischen Lebensmitteln eher weniger Jod.
Barbara Müller Früher hatten viele Menschen deshalb einen Kropf, also eine: vergrößerte Schilddrüse. Heute ist das seltener, weil es jodiertes Speisesalz gibt. Trotzdem nehmen viele Menschen immer noch zu wenig Jod auf. Deshalb ganz wichtig, Sophia, wenn du Salz kaufst, nur jodiertes Speisesalz." Jetzt fragt Sophia: „Wenn ich jetzt weniger Salz esse, bekomme ich dann überhaupt genug Jod?" Barbara Müller: „Sophia, das ist eine gute Frage", sage ich. „Deshalb empfehle ich nicht mehr Salz, sondern das richtige Salz. Also jodiertes Speisesalz, aber auch sparsam verwenden."
Barbara Müller Ich zähle noch weitere Jodquellen auf. Jod ist enthalten zum Beispiel in Seefisch, Kabeljau, Seelachs, Schellfisch, also in allen Fischen, die in einem kalten Wasser schwimmen. Damit: bekommt man auch immer sehr viel Omega-3-Fettsäuren, die sehr gesund sind für den Körper. In Milch, in Naturjoghurt, in Eier und auch in Käse. Barbara Müller: Sophia nickt. „Also Barbara, kein Salzverbot." „Nein", sage ich. „Clever auswählen." Dann öffne ich meine kleine Gewürzbox. Sophia schnuppert. „Barbara, das riecht ja wie Urlaub." Ich stelle verschiedene Gläser auf den Tisch. Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Oregano, Rosmarin, Thymian, Dill, Knoblauch, Zwiebel, Paprika, Chili, mein Favorit, Pfeffer, Muskat, Curry und auch ein kleines Fläschchen mit Zitronensaft.
Barbara Müller „Sophia, mit Kräutern und Gewürzen bekommst du unglaublich viel Geschmack ins Essen und du vermisst das viele Salz oft gar nicht. Mit Kräutern würzen, das ist das Geheimnis." Sophia riecht am Rosmarin.: „Ich glaube, mein Salzstreuer bekommt Konkurrenz." Ich muss lachen. „Sophia, ich habe heute eine Aufgabe für dich." Barbara Müller: „Welche, Barbara?" „Dein Salzstreuer zieht um." Sie lacht. „Wie bitte?" „Er kommt nicht mehr auf den Esstisch. Er zieht in den Küchenschrank." Sophia lacht laut. „Barbara, das ist ja wie Hausarrest für den Salzstreuer." „Ganz genau. Denn wenn du jedes Mal aufstehen musst, überlegst du plötzlich, ob du wirklich nachsalzen möchtest."
Barbara Müller Vier Wochen später hat Sofia wieder einen Termin bei mir. Sofia kommt herein und ich sehe sofort, sie strahlt. "Barbara", sagt sie, "mein Blutdruck ist besser." Sie legt ihren Blutdruckpass: auf den Tisch. Die Werte haben sich deutlich verbessert. Dann sagt sie stolz: "Und ich habe fast vier Kilo abgenommen. Und Barbara, ohne zu hungern. Barbara Müller: Ich freue mich riesig." "Ja, Sofia, was hast du denn verändert? Erzähl mal." "Ich koche häufiger selbst. Ich nehme eine Brotdose mit. Ich esse seltener Tiefkühlpizza und ich würze viel mit mehr Kräutern." Dann grinst sie. "Und weißt du, wer heute arbeitslos ist?" Ich lache. "Dein Salzstreuer." "Genau, der steht jetzt im Küchenschrank und fühlt sich überflüssig." Barbara Müller: Wir müssen beide lachen. Dann erzählt sie: "Früher dachte ich, gesund essen bedeutet Verzicht. Heute weiß ich, es bedeutet Geschmack. Nur eben anders."
Barbara Müller Dieser Satz bleibt mir im Herzen, denn genau das wünsche ich mir für euch alle. Gesund: essen soll nicht langweilig sein. Es soll nicht nach Strafe schmecken. Es darf frisch sein, würzig, bunt, lecker, ruhig auch scharf. Ich liebe Chili und es muss alltagstauglich sein. Jetzt kommt noch ein kleiner Mutmacher von mir. Barbara Müller: Vielleicht steht auch bei euch der Salzsteuer direkt vor eurer Nase auf dem Esstisch. Vielleicht greifst du automatisch danach, ohne darüber nachzudenken. Dann probier doch einmal etwas Neues. Würze Kartoffeln mit Rosmarin, Gemüse mit Petersilie, Salat mit Apfelessig oder Zitronensaft, Quark mit Schnittlauch, Tomaten mit Basilikum.
Barbara Müller Du wirst überrascht sein, wie viel Geschmack darin steckt. Denk daran, es geht nicht darum, perfekt zu essen. Es geht nicht: darum, alles zu verbieten. Es geht nicht darum, jeden Tag eine kleine gute Entscheidung mehr zu treffen. Denk dran: weniger Fertigprodukte, mehr frische Zutaten, mehr Kräuter und wenn Salz, dann bewusst und am besten jodiert. Barbara Müller: Dein Herz wird es dir danken, deine Blutgefäße auch und deine Schilddrüse, die freut sich ebenfalls. Ich bin eure Barbara Müller. Passt gut auf euch auf. Nicht, weil ihr müsst, sondern weil ihr es wert seid. Noch ein kleines Zitat zum Schluss: „Gesundheit beginnt selten mit einer großen Diät. Manchmal beginnt sie mit einem Kräutertopf auf der Fensterbank und einem Salzstreuer, der endlich Pause machen darf."
Barbara Müller Bis zum nächsten Mal. Alles Liebe, eure Barbara.: Wenn ihr mich unterstützen wollt, bewertet bitte den Podcast und empfehlt ihn weiter. Alles Liebe, Barbara.
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