Fettgewebe als aktives Organ & Krebs
Shownotes
Peter wiegt 153 Kilogramm, hat viele Diäten hinter sich und kämpft mit Gelenkschmerzen. Nach einer Darmkrebsoperation sucht er Unterstützung, um sein Gewicht zu verändern. Barbara erklärt humorvoll, warum Fettgewebe ein aktives Organ ist – und welche Rolle neue Therapien wie GIP und GLP-1 spielen. Barbara erklärt verständlich und mit viel Herz, warum Fettgewebe viel mehr ist als ein passiver Energiespeicher. Es ist ein hormonelles Organ, das Botenstoffe produziert und aktiv in den Stoffwechsel eingreift – und das bei Übergewicht chronische Entzündungen fördern kann, die langfristig das Krebsrisiko erhöhen.
Du lernst in dieser Folge:
Warum Fettgewebe ein echtes Organ ist und wie es den Körper beeinflusst Den Unterschied zwischen weißem und braunem Fettgewebe Warum Fettzellen beim Abnehmen nicht verschwinden, sondern nur schrumpfen Was moderne Therapien wie GIP und GLP-1 leisten können Und warum Veränderung leichter wird, wenn man sie nicht alleine geht Eine ehrliche, warmherzige und wissenschaftlich fundierte Folge – für alle, die selbst betroffen sind oder jemanden begleiten, der einen neuen Anfang wagt. Hat dir die Folge gefallen? Dann bewerte den Podcast und teile ihn mit Freunden und Familie. Für mehr Informationen folge mir auf Instagram oder besuche meine Website.
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00:00:00: Intro – Fett als aktives Organ Barbara Müller: Fett ist nicht einfach Gewicht. Fett ist ein aktives Organ, das im Körper mitredet. Der Körper erzählt immer eine Geschichte. Manchmal müssen wir nur genauer zuhören. Hallo ihr Lieben, hier ist wieder eure Barbara Müller, Diabetesberaterin DDG mit viel Herz. Aber heute bin ich etwas traurig. Schön, dass ihr wieder da seid. Peters Geschichte – ein Leben mit Übergewicht
Barbara Müller Ich freue mich so. Heute erzähle ich euch von Peter. Er hat mir erzählt, ich bin schon mein ganzes Leben dick, schon in der Schule Peter ist 48 Jahre alt, ein humorvoller Mann. Er ist klug freundlich und ist ein ganz lustiger Typ. Peter wiegt: 153 Kilo. Und Peter sagt zu mir einen Satz den habe ich schon ganz ganz oft gehört. Die Diät-Spirale Barbara Müller: Er sagt, Barbara, ich habe wahrscheinlich mehr Diäten gemacht als andere Menschen Urlaub. Und am Ende wiege ich immer wieder mehr. Peters Alltag. Peter arbeitet im Büro, viel Homeoffice, viel Sitzen und in den letzten Jahren kamen dazu, er hat häufig Gelenkschmerzen, sein Rücken tut ihm weh er hat einen hohen Blutdruck den man ganz schwer einstellen kann und jetzt noch die Diagnose Prädiabetes. Und dann kam etwas aus heiterem Himmel, das plötzlich alles verändert hat. Neue Diagnose: Prädiabetes und Darmkrebs
Barbara Müller Darmkrebs. Der Tumor wurde operiert und: entfernt Zum Glück. Aber in drei Monaten steht eine Kontrolluntersuchung an. Und Peter hat Angst. Der Arzt hat gesagt, er soll möglichst schnell Gewicht reduzieren. Und plötzlich wird Gesundheit zu einem sehr ernsten Thema. Peter ist nicht allein gekommen. Neben ihm sitzt Marius, sein Ehemann. Marius – der Partner an Peters Seite Barbara Müller: Marius ist schlank sportlich und schaut Peter ständig besorgt an. Ich sehe sofort, dieser Mann liebt ihn sehr. Marius sagt, Barbara, ich habe Angst um ihn. Und Peter schaut ihn an und sagt, jetzt übertreib nicht. Ich bin doch stabil gebaut. Ich läschle.
Jetzt ein bisschen Wissenschaft.: Adipositas und Krebs. Wissenschaft: Adipositas und Krebsrisiko Barbara Müller: Heute wissen wir aus vielen Studien, Adipositas kann das Risiko für einige Krebserkrankungen erhöhen. Zum Beispiel Darmkrebs, Brustkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Leberkrebs und auch noch viele andere. Warum eigentlich? Das hat mit dem Fettgewebe zu tun. Fettgewebe als hormonelles Organ Barbara Müller: Fett ist kein passiver Speicher. Viele denken, Fett ist einfach nur ein Energiespeicher. Aber das stimmt nicht. Fettgewebe ist ein aktives hormonelles Organ. Es produziert sogenannte Adipokine. Das sind Botenstoffe. Die Einfluss haben auf Entzündungen im Körper, auf die Insulinwirkung, auf das Zellwachstum und auf den gesamten Stoffwechsel.
Bei sehr viel Fettgewebe entstehen häufig: chronische Entzündungen im Körper. Diese können langfristig Krankheiten begünstigen. Meine Fettzellen auf dem Schreibtisch. Ich zeige Peter etwas. Auf meinem Schreibtisch stehen zwei Modelle. Eine Weißes vs. braunes Fettgewebe Barbara Müller: weißlich-gelbliche Fettzelle und eine braune Fettzelle. Peter schaut sie an mit großen Augen und sagt, die schauen mich ja an. Ich sage, ja, die wollen dir etwas erklären. Weißes gelbliches versus braunes Fett. Das weiß-gelbliche Fettgewebe speichert Energie. Davon haben viele Menschen mit Adipositas sehr viel. Das braune Fettgewebe dagegen verbrennt Energie. Es produziert Wärme Man findet es besonders bei Kindern, bei schlanken Menschen.
Peter schaut jetzt die beiden Fettzellen: an und sagt, ich glaube, bei mir gewinnen die Gelben. Jetzt muss ich doch mal lachen. Fettzellen schrumpfen, aber vergessen nicht Barbara Müller: Das Fett verschwindet nicht einfach. Ich erkläre Peter etwas Wichtiges. Wenn man Gewicht verliert verschwinden die Fettzellen nicht einfach oder lösen sich auf. Sie werden nur kleiner. Sie schrumpfen. Das bedeutet, der Körper hat immer noch genauso viele Fettzellen wie vorher. Sie sind nur geschrumpft. Und diese Fettzellen merken sich ihr früheres Volumen. Deshalb verteidigt der Körper oft das alte Gewicht. Neue Therapien neue Chancen Moderne Therapie: GIP und GLP-1 Barbara Müller: Chip und GLP-1 Deshalb beginnen wir bei Peter eine moderne Therapie Eine Kombination aus Chip und GLP-1.
Das sind Hormone aus dem Darm. Sie: wirken im Körper auf mehreren Ebenen. Sie reduzieren den Hunger, sie verlangsamen die Magenentleerung, sie verbessern die Insulinwirkung und helfen beim Gewichtsverlust. Viele Patienten berichten auch, dass ihr Hungergefühl deutlich sinkt. Peter hört sich alles an und sagt dann, Barbara, meinst du wirklich, mein Gehirn hört endlich auf, ständig an Essen zu denken? Ich glaube das schon. Auf alle Fälle bekommt es zumindest Unterstützung. Gemeinsam den Weg gehen Barbara Müller: Marius schaut Peter an und sagt plötzlich, weißt du was, Peter, wir machen das zusammen. Peter schaut ihn ganz überrascht an. Marius sagt, wir gehen wieder mehr spazieren. Ich koche wieder öfter. Und Livrando bekommt erst mal Urlaub.
Jetzt fängt Peter an zu lachen. Das: wird aber schwierig für unseren Pizzaboden. Marius zuckt mit den Schultern. Dann muss er eben jemand anderem Glück bringen. Und ich merke in diesem Moment etwas ganz Wichtiges. Veränderung fällt leichter, wenn man nicht alleine gehen muss. Manchmal ist der größte Erfolg nicht ein verlorenes Kilo, sondern ein Mensch neben uns, der sagt, ich gehe den Weg mit dir und ich sehe, wie ein bisschen Erleichterung in Peters Gesicht kommt. Er sagt, das klingt nach Hoffnung und genau das ist es, der Weg nach vorne. Kleine Schritte, große Wirkung
Barbara Müller Wir sprechen über kleine Schritte, mehr Bewegung im Alltag, weniger Sitzen im Homeoffice, regelmäßige Mahlzeiten und eine gute medizinische Begleitung. Denn: Gesundheit entsteht selten durch eine einzige Maßnahme, sondern durch viele kleine Veränderungen. Abschluss – der Körper als Partner Barbara Müller: Am Ende steht Peter auf. Er schaut einmal auf die zwei Fetzeln auf meinem Tisch und sagt, Barbara, ich glaube, wir müssen der Weiß-Licht-Game ein bisschen Konkurrenz machen. Ich fange an zu lachen denn genau darum geht es. Ich bin eure Barbara Müller und ich sage, unser Körper ist kein Gegner, er ist ein Partner, mit dem wir lernen können, zusammenzuarbeiten. Wenn ihr mich unterstützen wollt, bewertet bitte den Podcast und empfehlt ihm beide. Alles Gute Barbara.
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